Die Gustavo-Cabrera-Stiftung
- was sie will und was sie tut
Die Gustavo-Cabrera-Stiftung wurde im Dezember 2024 von Gustavos langjährigem Lebenspartner Dr. Werner Jung gegründet.
Die Präambel der Satzung lautet:
“Gustavo Cabrera wurde am 13. Juli 1971 in Ibagué in Kolumbien geboren. Seine Welt war die Musik - als Solist und als Musikpädagoge. Nach dem Hochschulabschluss als Hornist an der Nationalen Universität Kolumbiens absolvierte er als Stipendiat des „Deutschen Akademischen Austauschdienstes“ ein Aufbaustudium im Fach Horn an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Prof. Penzel. Es folgte ein Studium der Instrumentalpädagogik und ein weiteres Studium der Allgemeinen Musikerziehung mit dem Abschluss „Diplom Musikpädagoge“.
”
Sein beruflicher Weg führte ihn u.a. als Dozent an die Volkshochschule Köln (seit 1997), als Lehrer an die Offene Jazzhausschule in Köln (2003-2004), als Lehrer an die Rheinische Musikschule der Stadt Köln (seit 2003) und schließlich als Lehrbeauftragter an die Hochschule für Musik und Tanz Köln (seit 2008). Im Mittelpunkt seiner beruflichen Tätigkeit standen neben dem Instrumentalunterricht vor allem die „Musikalische Früherziehung“ für Vorschulkinder und die „Musikalische Grundausbildung“ für Kinder von sechs bis sieben Jahren, aber auch Kurse für Erwachsene z.B. im Rahmen des Projektes „Kita macht Musik“ für Erzieherinnen und Erzieher.
Breit gefächert und umfassend waren sein musikalisches Interesse und Können. Er beteiligte sich als Solist für Horn oder Gesang an Konzerten, gab Einzelunterricht für Horn und Trompete, leitete Ensembles wie „Klassenmusizieren an Grundschulen“, „Bläserklassen“, „Ensemble Kunterbunt“, entwickelte Kinderkonzerte und interkulturelle Projekte wie „Kinder singen für die Welt“ u.v.m. All dies tat er mit einer ansteckenden Begeisterung. Die Empathie und Zugewandtheit, die er Kindern wie auch Erwachsenen entgegenbrachte, gaben diese ihm zurück. Sein früher und unerwarteter Tod am 20. November 2014 riss ihn jäh aus diesem aktiven Leben.
Anlässlich seines zehnten Todestags gründete sein langjähriger Lebenspartner Dr. Werner Jung diese Stiftung, die den Namen Gustavo Cabrera trägt und an ihn erinnert. Möge ganz in seinem Sinn diese Stiftung einen Beitrag dazu leisten, das Interesse an Musik zu fördern.
Die Satzung der Stiftung sagt über den Stiftungszweck Folgendes:
“Der Stiftungszweck wird verwirklicht insbesondere durch die Förderung der elementaren Musikpraxis und der musikalischen Breitenarbeit der Rheinischen Musikschule nach Maßgabe der Abgabenordnung, beispielsweise durch folgende Maßnahmen:
- Musik für alle durch Förderung der elementaren Musikpraxis: für Kleinkinder ab sechs Monate, in der Musikalischen Früherziehung (Kinder von vier bis sechs Jahre) und der Musikalischen Grundausbildung (Kinder von sechs bis sieben Jahren), insbesondere in Stadtteilen mit besonderem Förderbedarf sowie von Flüchtlingskindern
- Förderung von Klassen- oder Gruppenmusizieren an den allgemeinbildenden Schulen oder in Jugendzentren
- Anschaffung bzw. Gewährung von Beihilfen zur Anschaffung von Musikinstrumenten für unterstützungsbedürftige Kinder und Jugendliche
- Gründung bzw. Förderung von Bläserklassen an Kölner Schulen (Gustavo-Cabrera-Bläserklassen)
- Unterstützung von gemeinsamen Projekten der Rheinischen Musikschule mit Gruppen und Vereinen mit internationaler und inklusiver Ausrichtung
- Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit internationaler Geschichte, insbesondere aus Kolumbien bzw. Lateinamerika ”
Die Gustavo-Cabrera-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung und wurde vom Stifter mit einem anfänglichen Stiftungsvermögen von 60.000 Euro ausgestattet, im Erbfall kann das gesamte Erbe auf die Gustavo-Cabrera-Stiftung übertragen werden. Da der Stifter ohne Nachkommen ist, hat er die Gustavo-Cabrera-Stiftung in die treuhänderische Verwaltung der Stiftung Rheinische Musikschule übergeben. Die Gustavo-Cabrera-Stiftung ist somit eine sogenannte „Verbrauchsstiftung“, die anders als selbstständige Stiftungen nicht aus den Kapitalerträgen ihre Förderungen durchführt, sondern unmittelbar aus dem Stiftungsvermögen, das innerhalb von zehn Jahren möglichst gleichmäßig zu „verbrauchen“ ist. Eine Zustiftung durch Erbschaft ist ebenfalls zu „verbrauchen“, und zwar möglichst gleichmäßig innerhalb von weiteren 25 Jahren.
Laut Satzung ist „die Mittelbeschaffung und -weitergabe vor allem an den Verein der Freunde und Förderer der Rheinischen Musikschule der Stadt Köln e.V. oder eine andere steuerbegünstigte Körperschaft oder eine Körperschaft des öffentlichen Rechts zur Förderung der Musikerziehung und der musikalischen Breitenarbeit möglich."
Anträge, die nicht von der Rheinischen Musikschule gestellt werden, können an info@gustavo-cabrera-stiftung.de gerichtet werden.
Es ist ein Stiftungsrat gebildet worden. Vorsitzender ist der Stifter Dr. Werner Jung, der zwei weitere Mitglieder berufen hat:
- Herrn Bartosz Dudek, Journalist und Publizist, seit 2009 Leiter des polnischen Programms der Deutschen Welle und enger Freund von Gustavo aus den gemeinsamen Studienzeiten an der Hochschule für Musik und Tanz Köln
- Frau Prof. Ulrike Tiedemann, Professorin für Musikpädagogik/Schwerpunkt Elementare Musikpädagogik an der Hochschule für Musik Mainz und enge Freundin und Kollegin von Gustavo.
Als Vertreter der Treuhänderin nimmt Herr Alexander Pirlet mit beratender Stimme an den Sitzungen teil.
Liste der bisherigen Förderungen durch die Gustavo-Cabrera-Stiftung
| 2025 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Geförderte Maßnahmen | Höhe der Förderung | Datum des Beschlusses | ||||||
| Anmietung Altenberger Hof Köln-Nippes für eine große gruppenübergreifende Präsentation der Grundstufenkinder der Regionalschule Nord | 550 € | 15.06.2025 | ||||||
| Übernahme der Unterrichtsgebühren für eine junge Bratschenschülerin von Januar bis Juni 2025 wegen wirtschaftlicher Notlage der Familie | 468 € | 15.06.2025 | ||||||
Kurzfristige Ersatzbeschaffung von Bläserklasseninstrumenten, die nicht mehr repariert werden können:
|
2.696 € | 15.06.2025 | ||||||
| Anschaffung eines Baritonhorns (z.B. von Thomann BR 802) als Ersatz für Posaune und Tuba für JeKits Kinder | 773 € | 15.06.2025 | ||||||
Schäl Sick Music –Rechtsrheinischer Chor- und Musikverbund.Neuer Förderschwerpunkt der Gustavo-Cabrera-Stiftung
Die Schäl Sick in Köln ist ein Mythos. Jahrzehntelang galt die Erzählung von der besonderen Problemlage im Rechtsrheinischen. Es war der Ort, wo man lieber nicht leben wollte. Die falsche Seite, die schäl Sick eben. Doch die Perspektiven für das Rechtsrheinische haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Der industrielle Umbruch hat Neues entstehen lassen, ein großes Entwicklungspotential hat sich gebildet, moderne Quartiere sind entstanden. Die Schäl Sick gilt heute als einer der interessantesten Zukunftsstandorte Kölns. Der hohe Anteil von Menschen mit internationaler Geschichte, die dort leben, die kulturelle Vielfalt im Rechtsrheinischen sind sicherlich herausfordernd, doch sie bieten die große Chance, ein friedliches und gewinnendes Miteinander zu entwickeln. Das gilt zumindest dann, wenn den Menschen Anreize zu ihrem Leben und zu einem Zusammenhalt in der Gesellschaft geboten werden. Das betrifft insbesondere auch die Förderung von Kindern und Jugendlichen - auch und nicht zuletzt im musikalischen Bereich. Und was ist verbindender als Musik? Hier gibt es im Rechtsrheinischen im Vergleich zum Linksrheinischen durchaus Entwicklungsbedarf. Erfreulicherweise ist es der Rheinischen Musikschule gelungen, die personellen Voraussetzungen zu schaffen, um dauerhaft das musikalische Angebot für Kinder und Jugendliche im Rechtsrheinischen deutlich zu verstärken. Es ist die Idee zu einem "groß angelegten Chor- und Musikprojekt", beginnend in den Stadtbezirken Kalk und Mülheim, entstanden. Dieses soll dazu beitragen, "dass die Stimmen des rechtsrheinischen Kölns auch im gesamtstädtischen Kontext hörbar werden". Das Projekt trägt den Namen Schäl Sick Music. Koordiniert wird es von Felix Schirmer, Lehrkraft für Jazz- und Pop-Gesang sowie Chorleitung an der Rheinischen Musikschule. Von ihm stammt die konkrete Projektidee wie auch die Beschreibung des Projekts, die nach dem nächsten Abschnitt folgt. Die Gustavo-Cabrera-Stiftung unterstützt dieses Projekt nachdrücklich und sieht darin einen Förderschwerpunkt für die nächsten Jahre. Schäl Sick Music erfüllt in mehrfacher Hinsicht die von der Stiftung entwickelten Ziele. Die Gustavo-Cabrera-Stiftung fördert das Projekt im Jahr 2026 bei der Öffentlichkeitsarbeit (durch die Entwicklung eines Logos) und bei identitätsstiftenden Merkmalen zur Gruppenbildung in den einzelnen Chören sowie im Verbund der Chöre (durch die Finanzierung von entsprechend gestalteten Hoodies und T-Shirts für jedes Mitglied der Chöre). Abbildungen dazu sind weiter unten zu sehen.
Schäl Sick Music – Rechtsrheinischer Chor- und Musikverbund Mit Schäl Sick Music initiiert die Rheinische Musikschule ein groß angelegtes Chor- und Musikprojekt in den rechtsrheinischen Kölner Bezirken, beginnend in Kalk und Mülheim. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen unabhängig vom sozioökonomischen Hintergrund einen niedrigschwelligen Zugang zu musisch-kultureller Bildung zu ermöglichen und ihnen einen Raum zu geben, in dem sie ihre Stimme – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – entwickeln können. „Alles, was unsere Gesellschaft Positives zu bieten hat, muss in einer ganztägigen Schule erlebbar werden.“ (El-Mafaalani, Aladin. In: Ganztag multiprofessionell gestalten (20./21. März 2024), Dokumentation des Kongresses.) Das Projekt reagiert auf aktuelle gesellschaftliche Rahmenbedingungen: Durch den Ausbau von Ganztagsschulen und die teilweise eingeschränkte Mobilität im rechtsrheinischen Köln sind viele klassische Freizeitangebote am Nachmittag für Kinder und Jugendliche schwerer erreichbar geworden. Schäl Sick Music verbindet deshalb die Stärken von Schule und Musikschule, um die Vision El-Mafaalanis konkret umzusetzen. In enger Kooperation mit den beteiligten Schulen – zum Teil unter aktiver Mitwirkung ihrer Lehrkräfte – entsteht ein verlässliches Angebot, das nah an den Lebensrealitäten der jungen Menschen ansetzt und gleichzeitig über einzelne Schulstandorte hinausweist. Die Proben finden an den zentral gelegenen Standorten der Rheinischen Musikschule in den Bezirken statt, die für die Teilnehmenden jeweils unkompliziert erreichbar sind. Kern des Projekts ist ein vernetztes System von Chorgruppen für verschiedene Altersstufen – vom Vorschulalter bis ins junge Erwachsenenalter. Die Gruppen sind schul- und stadtteilübergreifend angelegt und eröffnen so Begegnungsräume, in denen Kinder und Jugendliche über bestehende soziale Strukturen hinaus miteinander in Kontakt kommen. Gemeinsame Projekttage und Konzerte stärken dieses Netzwerk und machen erfahrbar, dass sie Teil eines größeren Ganzen sind. Neben der musikalischen Ausbildung verfolgt das Projekt ein weitergehendes Ziel: Es stärkt die Wahrnehmung der eigenen Selbstwirksamkeit, die Identitätsentwicklung von Kindern und Jugendlichen und die Teilhabe in einer demokratischen Gesellschaft. Die Teilnehmenden gestalten Inhalte aktiv mit und bringen ihre eigenen musikalischen und inhaltlichen Interessen ein – von aktuellen Songs bis hin zu eigenen Projektideen. Die Ergebnisse werden in Aufführungen sichtbar und tragen dazu bei, dass die Stimmen des rechtsrheinischen Kölns auch im gesamtstädtischen Kontext hörbar werden. Die Förderung durch die Gustavo-Cabrera-Stiftung ermöglicht es, dieses Vorhaben in besonderer Qualität umzusetzen. Sie unterstützt den Aufbau des Netzwerks, Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit sowie projektbegleitende Angebote, die Gemeinschaft und Identifikation stärken. Darüber hinaus schafft sie die Voraussetzungen, um Teilhabe möglichst niedrigschwellig zu gestalten und Kooperationen langfristig tragfähig auszubauen. Damit möchte die Stiftung einen wichtigen Beitrag dazu leisten, kulturelle Bildung im rechtsrheinischen Köln nachhaltig zu verankern. Schäl Sick Music steht damit exemplarisch für eine zeitgemäße Zusammenarbeit von Musikschule, Schule und fördernden Institutionen – und für die Überzeugung, dass kulturelle Bildung kein Zusatzangebot, sondern ein wesentlicher Bestandteil gesellschaftlicher Teilhabe ist. Felix Schirmer, Rheinische Musikschule, Projektkoordinator von Schäl Sick Music
Neues aus der Stiftung